Karfreitag

 

 

 

Wieder mal ein ordentliches Ärgernis wegen eines Märchens, an das ich nicht glaube.

 

 

 



Für mich beginnt meine Marktsaison am Osterwochenende.  Da nämlich findet der schöne Mittelaltermarkt auf der Loreley statt. 

Wem die Abläufe unbekannt sind, hier eine  Kurzfassung, wie das für Händler , Gastro und Schausteller ungefähr ausschaut:

  • Einen Tag vor Beginn eines Marktes reist man meistens an, damit man genügend Zeit zum Aufbauen hat. Eine Ausnahme wäre, wenn ein Markt erst am späten Nachmittag beginnt, denn in solchen Fällen bleibt genügend Zeit zum Aufbau für einen nicht allzu großen Stand.
  • Man versteht nicht nur die Marktbeschicker, die sich Streß ersparen wollen,  sondern auch die Veranstalter, die im Normalfall darauf bestehen, dass, wenn Marktbeginn vormittags ist, am VORTAG aufgebaut werden MUSS.
  • Das Chaos wäre einfach zu groß und zu viele würden es zeitmäßig nicht schaffen.
  • Wenn man viele Kilometer zu einem Markt hat, lohnt es sich weder zeitmäßig noch finanziell, jeden Abend heimzufahren, und man übernachtet in seinem Marktstand oder auf dem Händlerparkplatz in seinem Auto, bzw. Bus. 


Der  Markt, den ich oben erwähnt habe, beginnt am Osterwochenende Samstag vormittags.  Das heißt also, wie oben beschrieben: Aufbau am Vortag. Für mich und die meisten anderen Marktbeschicker kommt es nicht in Frage, jeden Abend nach Hause zu fahren. Es werden sicherlich genügend dabei ein, die mehrere hundert Kilometer fahren - bei mir  sind es wohl  nur siebzig oder achtzig,  aber das wäre für mich schlicht zu teuer. Außerdem liebt man ja auch die Atmosphäre und verzichtet gerne auf das gemütliche Bett zu Hause - im Normalfall!

Aber hier gestaltet sich das Ganze schon fast geschäftsschädigend, denn an Karfreitag darf schließlich nicht gearbeitet werden!
Unser Veranstalter ist also gezwungen, uns (und auch sich selbst) als Aufbautag  schon den Donnerstag aufzubürden. Tatsächlich müssen sowohl die Marktbeschicker als auch das Team  der Veranstalter selbst einen ganzen Tag vorher anreisen, aufbauen, und an Karfreitag den ganzen Tag herumsitzen!

 

Ja, und das hoch oben auf der Loreley, wo unsere Arbeitsgeräusche sicherlich für einen frommen Christen weniger zu hören sind als für einen Atheisten das allsonntägliche Gebimmel der Kirchenglocken!

Ich liebe zum einen die Märkte und das Leben dort. Zum anderen liebe ich die Loreley und bin sehr gerne da oben. Allerdings fehlt mir ein kompletter Wochenarbeitstag, denn das Arbeitsleben einer Seifensiederin besteht (leider) nur aus einem ganz geringen Anteil aus den Tagen, auf denen man auf Märkten ist.  Man hat zusätzlich zu den Marktzeiten  eine ganz normale Arbeitswoche, denn wie sonst sollte man seine Produkte fertigen und den leidigen, riesigen Papierberg auf dem Schreibtisch bewältigen?

Im letzten Jahr habe ich mich schon darüber sehr, sehr geärgert und natürlich ist es dieses Jahr nicht anders!

Nun gut, ich nehme mir meine Arbeit eben mit! Ich baue brav am Donnerstag auf, werde mit meinen Hunden noch eine kleine Wanderung machen und an Karfreitag wird eben das abgearbeitet, was man sonst versäumt, wie z.B. das Etikettieren der Ware, was ich sonst VOR dem Markt zu Hause hätte tun müssen.

Trotzdem ist das ein ungeheuerlicher Eingriff in das normale Leben. Es gibt so viele Religionen, und mittlerweile auch so viele Menschen, die überhaupt nicht gläubig sind. Wir alle müssen uns aber den Karfreitag mit all seinen dogmatischen Regeln aufdrängen lassen! Muss so etwas im Jahre 2016 tatsächlich sein?

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