2016-01-01

 

Willkommen in meiner Grauzone!

Dieser Teil des Blogs soll dazu dienen, endlich all meine Gedanken, Sorgen und Nöte bezüglich eines Phänomens, das ich schon lange beobachte, aufzunehmen und an Euch weiter zu geben.



Grauzone?

Wieso Grauzone?

 

"Grauzone" hört sich ja sehr langweilig, trist und ein wenig traurig an.
Ist es aber nicht!

Meine Grauzone ist bunt!

Es ist der Bereich zwischen den Schubladen unseres tunnelblickgesteuerten Denkens, der Bereich zwischen gut und böse, schwarz und weiß, eben grau.
Und dieses bunte, vielfältige, denkintensive und manchmal unbequeme Grau kann ich in unserer Gesellschaft so gut wie gar nicht mehr finden.

Ich bin viel auf Mittelaltermärkten zum Verkauf meiner Seifen unterwegs, habe viele Kontakte durch mein Engagement im Tierschutz, bin in Sozialen Netzwerken unterwegs, rede mit Freunden und Bekannten und, und, und...

Aber ich finde sie so selten, die Grauzone; ich finde fast nur Menschen, die sich dem bequemen Schwarz-Weiß-Denken verschrieben haben.
Das bewirkt, dass es bei vielen Themen unserer Zeit, sei es in der Politik, der Gesellschaft oder auch nur ganz im Kleinen im Freundeskreis oder unter Kollegen nur mehr zwei Fronten gibt - zwei Lager, die ausschließlich darauf bedacht sind, recht zu behalten.
Die einfach nur recht behalten wollen, und ihre Ansichten mit allen möglichen Argumenten und Scheinargumenten, ungeachtet deren Seriosität, untermauern.

Auch die menschliche Gesellschaft mit ihren sozialen Strukturen braucht eine Art Evolution, weil wir uns entwickeln und immer wieder neu erfinden müssen, um uns unserer sich ständig verändernden Welt anzupassen - ja, auch und gerade im sozialen Bereich.
Aus der Natur wissen wir, dass Evolution ständige Veränderung bedeutet, eine ständige Entwicklung und Adaption an neue Situationen. Nur das ist die Grundlage für den Erhalt des Lebens.
Das lässt sich auf unsere sozialen Strukturen übertragen.
Ohne Kommunikation, ohne das Anhören und Abwägen anderer Meinungen und Ansichten ist keine Weiterentwicklung und Anpassung an veränderte Umstände möglich.
Und hier bremsen wir uns gerade gehörig aus.
Ja, schon immer gab es Streit und Kriege. Schon immer mussten Menschen nicht nur wegen Ressourcen und Besitz, sondern auch wegen Ideologien sterben.

Aber wollten wir das nicht hinter uns haben? Sind wir denn nicht eigentlich schon viel weiter? Es gab doch tatsächlich in jüngster Vergangenheit Zeiten, wo man sich zwar stritt, aber dennoch zu einer Einigung kam. Es gab eine Mitte.

Höre ich mich jetzt um, so finde ich nur die beiden oben erwähnten Lager. Die Gesellschaft bleibt stehen, weil der Einzelne nicht mehr in der Lage ist, sich dem Anderen zu öffnen und zuzuhören. Viel zu viel Energie wird verschwendet,  die eigenen Standpunkte auf Teufel komm raus zu verteidigen.
Danach sind wir zu müde, enttäuscht vom anders denkenden Gegenüber, und zu ausgelaugt,   um auch auf die andere Meinung zu zugehen und sie zu hinterfragen.

Und da ist sie, die Bremse!

Würden wir uns ohne unseren falschen Stolz (Wieso haben wir den eigentlich?) auf andere Menschen mit anderen Standpunkten einlassen und BEIDE Seiten kritisch und sachlich hinterfragen, würde uns das nicht nur in zwischenmenschlicher Hinsicht weiterhelfen, sondern es trüge dazu bei, neue Richtungen einzuschlagen, neue Strategien und Lösungen zu entwickeln, Änderung und Bewegung zuzulassen. 

Stete Bewegung und Entwicklung ist evolutionär, ist Grundlage für Leben und Überleben, und auch auf mentaler und gesellschaftlicher Ebene Grundlage für eine friedliche Gesellschaft.

Leben in der Grauzone eben.